Agora Theater St.Vith/Belgien

Agora. Der Marktplatz. Dort wird verhandelt, wer wir sind. Wer wir sein wollen. Mit diesem Anspruch gründete Marcel Cremer 1980 in St Vith das Agora-Theater. Ein deutschsprachiges Theater in Belgien. Die erste Frage: Die Verwicklung der dortigen Bevölkerung in die Hitler-Zeit. Folgerichtig ist die erste Aufführung mit Laienspielern „Die Ermittlung“ von Peter Weiss. 30 Jahre lang war Cremer künstlerischer Leiter, Autor und Regisseur des AGORA Theaters und formte es zu einem professionellen und renommierten Ensemble der Freien Szene.

Heute, nach dem Tod des Gründers, fragt das Theater erneut danach: Was bewegt unsere Zeit? In der Tradition seiner Geschichte vereint es Laienspieler und Profis nach dem Grundsatz „alle machen alles“. Techniker spielen, Schauspieler bauen die Bühne. Volkstheater im besten Sinne. Die künstlerische Leitung liegt heute in den Händen von Kurt Pothen. Die Theaterarbeit entwickelt sich mit dem Ensemble und in Zusammenarbeit mit den Regisseuren Felix Ensslin und Ania Michaelis ständig weiter. Bewusst wird der Austausch mit künstlerisch verwandten Ensembles gesucht. In der Frage nach Kontinuität geht es um die Frage nach der passenden, heute notwendigen Form der Neugründung. Also darum, nochmals und immer wieder die Risiken und Unvorhersehbarkeiten auf sich zu nehmen, die im Moment des Anfangens sich am Horizont verschleiert und als unerkennbar abzeichnen. Dies verlangt nur eines: Den Mut zu handeln. Etwas anzufangen, ohne wissen zu können, wo es endet. Es geht, immer wieder, immer neu, um eins: um Anfänge.

Zurzeit stehen acht Produktionen in deutscher und französischer Sprache auf dem Spielplan. Für 2019 arbeitet das Ensemble an zwei neuen Produktionen: „Hannah Arendt auf der Bühne“ (AT) und in Koproduktion mit dem FFT Düsseldorf Slavoj Zizeks „Die drei Leben der Antigone“, ein Werk, welches die AGORA im November 2019 in St.Vith zur deutschen Erstaufführung am Theater bringen wird.

Theater ist, wenn es ist, das Theater der Menschen, die sich fragen „Was tun?“ in unserer Zeit.

 

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Foto: © Valérie Burton

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